Man sagt, Zeit sei Geld. Wir sagen: Zeit ist exakt jener Moment, in dem die Asche langsam von der Glut fällt, während der Espresso noch zu heiß zum Trinken ist. In einer Ära, in der jeder Vormittag in 15-Minuten-Blöcke durchgetaktet ist, haben wir verlernt, einfach nur zu sein. Dieser Artikel ist ein Plädoyer für den Vormittag ohne Agenda. Für das stundenlange Starren aus dem Fenster, für das Beobachten der Passanten und für die wertvolle Erkenntnis, dass die besten Gedanken immer dann entstehen, wenn man absolut nichts vorhat.
Gegen den Optimierungswahn
Wir leben in einer Gesellschaft der ständigen Optimierung. Schlaftracking, Schrittzähler, To-Do-Listen, die schon beim Aufwachen ein schlechtes Gewissen machen. Wenn du durch unsere Tür trittst, bitten wir dich um eines: Lass diesen Lärm draußen. Ein Kaffeehaus europäischen Zuschnitts ist traditionell ein Ort des gepflegten Müßiggangs. Hier sitzt man nicht, um den nächsten Call vorzubereiten. Hier sitzt man, um den tanzenden Staubkörnern im fahlen Licht zuzusehen.
"Du wirst überrascht sein, wie viel Klarheit man findet, wenn man aufhört, danach zu suchen."
Der Luxus der Nutzlosigkeit
Wenn du das nächste Mal bei uns bist, leg dein Smartphone mit dem Display nach unten auf den Tisch. Zünde dir eine Zigarette an, nimm einen kleinen, bitteren Schluck und erlaube dir den Luxus, eine ganze Stunde lang absolut nutzlos zu sein.