Sonnenschein ist etwas für Optimisten und Jogger. Aber erst, wenn der graue Nieselregen die Straßen in nasse Spiegel verwandelt, entfaltet unser Café seine wahre Magie. Wenn die Tropfen rhythmisch gegen das Fensterglas schlagen und sich drinnen der Geruch von nassem Mantel, röstfrischem Arabica und Tabak zu einem schweren, beruhigenden Parfüm vermischt, wissen wir: Wir sind am richtigen Ort.
Die Erlaubnis zur Melancholie
Sonnige Tage fordern uns auf, aktiv zu sein. Rausgehen, etwas erleben, gute Laune haben – es ist ein fast schon tyrannischer Zwang zur Fröhlichkeit. Ein Regentag hingegen erteilt uns die Erlaubnis zur Melancholie. Er verzeiht uns, wenn wir still in der Ecke sitzen, den Kragen hochgeschlagen, und dem Treiben auf der Straße nur als distanzierte Beobachter beiwohnen.
"Im Schatten, fernab des grellen Sonnenlichts, führt man die ehrlichsten Gespräche."
Zuflucht im Grau
Es gibt eine eigene, stille Poesie darin, wie Menschen hereinstürzen, hastig ihre Schirme ausschütteln und sofort den Blick zur Kaffeemaschine wandern lassen, wie zu einem rettenden Leuchtturm. Der Espresso schmeckt an diesen Tagen erdiger, der Rauch scheint dicker in der Luft zu hängen. Wir zelebrieren dieses Grau.